Nach dem Gespräch mit Christophe Kaczmarek, Gründer von Caaaaaaat und Coq au Vin, wurde eines klar: Naturwein gilt oft als Nische und wird von vielen im Markt etwas herablassend betrachtet. Trotzdem gibt es viel, was man vom Ansatz dieser kleinen Produzenten in Sachen Branding, Marketing und Distribution lernen kann.
Hier sind 3 zentrale Erkenntnisse aus dem Interview:
- Labels sind wichtiger, als die Branche zugeben will Christophe meint, dass das Etikett im Regal oft die erste Kaufentscheidung auslost. In einer Welt, in der viele Marken gleich aussehen, weckt ein anderes Design zuerst Neugier und fuhrt zum Kauf. Der Wein muss dieses Versprechen danach nur noch einlosen. Je unubersichtlicher Supermarktregale mit Hunderten ahnlicher Flaschen werden, desto mehr beginnt Differenzierung visuell.
- Gen Z "verlasst" Wein nicht, sie lehnt alte Weincodes ab Jungere Konsumenten sind nicht gegen Wein, sondern gegen Konservatismus in der Weinwelt. Sie achten weniger auf Rebsorten und mehr auf Werte, Asthetik und Authentizitat. Die Branche klagt oft: "Junge Leute trinken keinen Wein". Aber stimmt das wirklich? Oder suchen sie nur etwas, das ihre Sprache spricht? Neue Generationen kaufen vermutlich selten spontan im Supermarkt Wein, aber sie greifen eher zu, wenn ein Lieblingsstar eine limitierte Edition bewirbt oder wenn sie ein starkes Markenerlebnis vor Ort haben. Die Zukunft liegt in physischen Raumen und Erlebnissen.
- Distribution ist der echte Engpass Laut Chris verpassen viele Importeure, Agenturen und Weinhandlungen den Naturweinwandel so, wie sie fruher den Beginn des Craft-Bier-Booms verpasst haben. Trotz des Hypes um DTC und Disintermediation glaubt er aber, dass Intermediare entscheidend bleiben - sofern sie echten Mehrwert liefern. Tiefe Marktkenntnis, langfristige Beziehungen und eine starke Prasenz vor Ort sind wichtiger denn je.
Das vollstandige Transkript der Episode kannst du hier lesen.
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